[00:32.147]Es harrt auf weichem Purpursamt [00:36.079]Die jüngste Sklavin ihres Herrn, [00:40.293]Und unter dunkler Braue flammt [00:44.206]Ihr Auge, wie ein irrer Stern. [00:48.397] [00:48.664]Sie stammt aus jenem Lande nicht, [00:52.085]Wo ehrbar-blond der Weizen reift, [00:55.979]Und stachlicht-keusch die Gerste sticht, [00:59.914]Wenn man sie noch so leise streift. [01:03.862] [01:04.370]Sie ist der Feuerzone Kind, [01:07.988]Wo jede Frucht von selber fällt, [01:11.951]Weil sie der Baum, der zu geschwind [01:16.130]Die zweite zeitigt, gar nicht hält. [01:19.786] [01:20.033]Sie hat von dem Johannisstrauch [01:23.968]Die karge Beere nie gepflückt, [01:27.899]Die, ohne Kraft und ohne Hauch, [01:32.073]Zur Abwehr gar den Dorn noch zückt. [01:36.276] [01:52.013]Doch ward sie oft vom Wein bespritzt, [01:55.928]Weit himmelan die Rebe drang [01:59.861]Und dann, vom Sonnenstrahl zerschlitzt, [02:04.037]Die Traube in der Luft zersprang. [02:07.699] [02:07.945]Drum sitzt sie auch nicht seufzend da, [02:11.877]Nun ihre eigne Stunde naht, [02:16.058]Sie denkt der Rosen, fern und nah, [02:19.987]Die sie schon selbst gebrochen hat. [02:23.920] [02:24.177]Und sieh, der Pascha tritt herein, [02:27.834]Zwar ernst und düster, doch nicht alt, [02:31.773]Und vor ihm her den Becher Wein [02:35.996]Trägt eines Mohren Nachtgestalt. [02:39.882] [02:40.128]Er sieht das Mägdlein lange an, [02:44.035]Mißt Zug für Zug, und nickt nur still, [02:47.962]Zum goldnen Becher greift er dann [02:52.174]Und fragt, ob sie nicht trinken will. [02:56.370] [03:12.036]Ihr aber schwillt schon jetzt das Blut [03:15.984]Bis an der Adern letzten Rand, [03:20.174]Drum fürchtet sie des Weines Glut, [03:24.126]Und stößt ihn weg mit ihrer Hand. [03:27.785] [03:28.047]Nun weist er stumm den Mohren fort, [03:31.965]Dem wild das Auge glüht vor Lust, [03:36.152]Und setzt sich an den weichsten Ort [03:39.822]Und küßt ihr langsam Mund und Brust. [03:44.000] [03:44.259]Und plötzlich dringt ein jäher Schrei [03:47.930]Von außen ihr ins bange Ohr; [03:52.078]Sie ruft verstört, was das denn sei? [03:55.991]Und er versetzt: es starb der Mohr! [03:59.919] [04:00.183]Er trank den Wein, den ich dir bot, [04:03.834]Und wird der Sünde nimmer froh, [04:08.022]Denn beigemischt war ihm der Tod! - [04:12.232]Ich prüfe jede Sklavin so!